Der Nahverkehr in Schleswig-Holstein

Graphische Darstellung der Bahnlinien in Schleswig-Holstein. Angezeigt wird eine Übersichtskarte des Bundeslandes Schleswig-Holstein mit den Linien in unterschiedlichen Farben.

Der Nahverkehr in Schleswig-Holstein ist ein komplexes System: Über 750.000 Menschen werden hier täglich von fünf Eisenbahnverkehrsunternehmen und 32 Busunternehmen befördert. 173 Bahnstationen auf 1179 km Schienennetz und 7500 Bushaltestellen auf 26000 km Buslinien stehen den Menschen im echten Norden dafür zur Verfügung. Gestaltet wird der Nahverkehr vom Land Schleswig-Holstein, den 15 Kreisen und kreisfreien Städten und den Verkehrsunternehmen.

Das Land trägt die Verantwortung für den Schienenverkehr, die Kreise und kreisfreien Städte organisieren den Busverkehr. Der NAH.SH ist vom Land beauftragt den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mit dem Busverkehr zu koordinieren.

Seit 1995 werden zu vertraglich festgelegten Zeiträumen die Bahnstrecken regelmäßig neu ausgeschrieben. Die Vergabe erfolgt dabei anhand klar definierter Qualitäts- und Preiskriterien.
Der NAH.SH hat Verantwortung für 31 Linien im SPNV des Landes Schleswig-Holstein.

 

Verlässliche Anschlüsse durch den Integralen Taktfahrplan
Der Nahverkehr in Schleswig-Holstein ist ein komplexes System: Der Fahrplan ist ein „Integraler Taktfahrplan (ITF)“. Das heißt, dass sich die Abfahrtszeiten in regelmäßigen Abständen, meist mindestens stündlich, wiederholen. Die Züge fahren so an den Bahnstationen immer zur selben Minute ab. An bestimmten Stationen – den so genannten Taktknoten – sind die unterschiedlichen Bahnlinien miteinander verknüpft. Es erreichen hier alle Linien den Taktknoten kurz vor der vollen oder kurz vor der halben Stunde. Kurz nach dieser bestimmten Zeit fahren alle Linien wieder ab. Dadurch entstehen verlässliche Anschlüsse.


Welche Anforderungen muss der Fahrplan erfüllen?
Die Anforderungen an den Fahrplan des Schienenpersonennahverkehrs sind an vielen Stellen komplexer als die der Busse. Beispielsweise können nicht mehrere Züge zeitlich dasselbe Gleis bzw. dieselbe Haltestelle anfahren. Solche Aspekte müssen bei der Planung berücksichtigt werden.

Engpässe in der Infrastruktur sorgen für eine besonders hohe Auslastung bestimmter Strecken. Ein Nadelöhr ist beispielswiese die Strecke Pinneberg – Elmshorn. Hierüber führen Nord-Süd-Verbindungen von der Westküste und von Flensburg/Kiel über Neumünster.

Auch die Ausstattung der Infrastruktur spielt eine wichtige Rolle. Auf der so genannten Marschbahn zwischen Hamburg und Sylt gibt es z.B. immer wieder eingleisige Abschnitte, auf denen sich keine Züge begegnen können. Darüber hinaus können elektrische Triebfahrzeuge natürlich auch nur auf elektrifizierten Strecken fahren. Und an Stationen entscheidet z.B. die Bahnsteiglänge darüber, wie lang die dort haltenden Züge sein dürfen.

Für Fahrgäste ist nicht allein die Fahrzeit zwischen Punkt A und B relevant: Vielmehr spielt die Gesamtreisezeit von Tür zu Tür eine wichtige Rolle. Damit alle Fahrgäste ihre Ziele so schnell wie möglich erreichen können, muss ein Fahrplan zuverlässig regelmäßige Fahrtmöglichkeiten sicherstellen – entweder als direkte Verbindung von A nach B oder mehreren Umstiegen.